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H. Pocher

Lehren aus der Geschichte

Vor 120 Jahren, am 7. Mai 1898, sprach der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete August Bebel in einer großen „öffentlichen Versammlung für Männer und Frauen“ im Lokal Magnus (heute Heimatmuseum) in Strausberg.

Das war eine Sternstunde der Sozialdemokratie in dieser kleinen Stadt. Vor mehr als 400 Personen aus allen Parteien wies er der Reichsregierung eine unzumutbare „Mehrbelastung des Volkes durch Militärvermehrung und Flottenvermehrung“ nach. Dem neuen Reichstag sagte er „neue Aufwendungen für das Landheer“ voraus, wenngleich „die eigentlichen Kulturaufgaben nach wie vor Not leiden. Darum muss die Sozialdemokratie der Regierung und den herrschenden Klassen zurufen: So geht es nicht mehr weiter, wir wollen, dass mit der Volkswohlfahrt voller und ganzer Ernst gemacht wird.“ (Zitat aus „Strausberger Wochenblatt“ vom 11. Mai 1898).

Dieser konsequent antimilitaristische Kurs wurde von den Sozialdemokraten voll unterstützt und fand auch bei der übrigen Bevölkerung Zustimmung. Deutlich wurde das besonders bei den Reichstagswahlen 1898, bei denen der Sozialdemokrat Bernhard Bruns in Strausberg 57,6 % aller in Strausberg abgegebenen Stimmen erhielt. Auch in den folgenden Jahren hatten die Strausberger Sozialdemokraten immer dann Erfolg, wenn sie der bebelschen antikapitalistischen Politik folgten. Mit dem Kampf, Lohnverbesserungen zu erreichen, erwarben sie eine starke Anhängerschaft. Bei den Reichstagswahlen 1912 brachte das den Sozialdemokraten 47,7 % aller in Strausberg gültigen Stimmen. Später sank der Einfluss der SPD in Strausberg. Sie mussten sich die linken Wählerstimmen in der Regel mit der KPD teilen. Das hinderte die Strausberger SPD jedoch nicht, weiter zur Sache des Sozialstaates zu stehen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein Aufruf des sozialdemokratischen Parteivorstandes vom 7. November 1918. Dieser Aufruf in den „Strausberger Nachrichten“ schließt mit den Worten: „Vorwärts zu den Zielen der Demokratie und des Sozialismus“

Wie jämmerlich tief müssen (mussten?) die Sozialdemokraten sinken, um August Bebel, die Volkswohlfahrt und den Sozialismus auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen?


Gedanken über die Welt, in der unsere Nachkommen leben werden

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Standpunkte zur sicherheitspolitische Lage (Stand  2017)

Der Diskussionszirkel Friedenspolitik hat ein Standpunktepapier zur internationalen sicherheitspolitischen Lage erstellt, das hier heruntergeladen werden kann. Es wird zu gegebenen Anlässen aktualisiert. Die Autoren freuen sich über Feedback und Kommentare.